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VON DER FLOCKE ZUR LAWINE

Eine Lawine ist eine Schneemasse, die ins Tal rutscht. Sie kann auch als Schneewolke ins Tal stürzen. Sie entwickelt dabei eine unglaubliche Kraft und kann schwere Gefahren und Schäden verursachen.

Aus vielen einzelnen Schneeflocken bildet sich mit der Zeit eine Schneedecke.

 

SCHNEEDECKE

Die Schneedecke

Die Schneedecke bildet sich während des ganzen Winters. Sie besteht meist aus mehreren Schichten, welche durch verschiedene Schneefall- oder Schönwetterperioden gebildet werden. Der erste Schnee vom Herbst liegt am Boden, der zuletzt gefallenen Neuschnee zuoberst. Dazwischen ist die Schneegeschichte des ganzen Winters zu sehen.

 

Wie ist eine Schneedecke aufgebaut?

Der Aufbau der Schneedecke ist ein entscheidender Faktor bei der Lawinenbildung. Der Schnee lagert sich im Laufe des Winters in übereinander liegenden Schichten ab.

Der abgelagerte Schnee verändert durch Wettereinflüsse wie Wind, Sonnen und den Druck der Schneedecke seine Beschaffenheit. Eine Schneedecke, die sich aus wenigen gleichmäßigen Schichten aufbaut, ist in der Regel stabiler als eine mit vielen Schichten.

Wenn die Lawinenexperten die Schneedecke durchschneiden, können sie jede Schneefall-periode aber auch Tauphase genau ablesen.
Bacher; BOKU Forscher vermessen die Schneedecke   

 

 

Wie entsteht aus einer Schneeflocke eine Lawine?

Eine Schneedecke ist kein ruhig daliegender Schneehaufen. Eine Schneedecke ist dauernd in Bewegung. Sie kriecht langsam den Hang hinunter. Dabei verform sie sich, sie wird an manchen Stellen dicker und in anderen Bereichen dünner. Durch die Zug- und Druckkräfte entstehen Spannungen.

Lawinengefahr entsteht wenn mehrere Faktoren ungünstig zusammentreffen: die Beschaffenheit des Schnees, der Wind, das Wetter und das Gelände.

Zusätzliche Belastungen, z.B. durch Skifahrer, bewirken veränderte Spannungen in der Schneedecke. Manchmal entsteht ein Riss, was der Auslöser einer Lawine sein kann.

 

Was passiert bei einer Lawine?

Lawinengefahr besteht, wenn mehrere Faktoren ungünstig zusammentreffen. Nämlich die Beschaffenheit des Schnees, der Wind, das Wetter und das Gelände.

Lawinen lösen sich bei Hangneigungen von ca. 30-50°. Eine weitere Ursache für einen Lawinenabgang ist eine kritische Instabilität im Zusammenhalt der Schneedecke.

 

Welche Lawinenarten gibt es?

Es wird zwischen zwei Lawinenarten unterschieden:

Fließlawine und Staublawine.

Fließlawinen kommen am häufigsten vor. Dabei fließt nasser oder trockener Schnee mit ca. 50 km/h den Hang hinab. Eine besonders gefährliche Variante der Fließlawine ist die Schneebrettlawine. Sie hat einen linienförmigen Anriss. Die abbrechenden Schneemassen gleiten blitzschnell als Schneebrett auf einer glatten Sturzbahn ab. Skifahrer werden augenblicklich erfasst und meist vollständig verschüttet. Eine solche Schneebrettlawine kann mit einer Geschwindigkeit bis zu 80 km/h zu Tal donnern und dabei einen Druck von ca. 40 Tonnen pro Quadratmeter entwickeln, in Extremfällen sogar 100 Tonnen pro Quadratmeter.

 

 



 

Schneebrettlawine

SchneebrettBei einer Schneebrettlawine brechen von einer Schneefläche entlang einer scharfen Kante Schneebretter ab und rutschen auf der darunterliegenden, weichen Schneeschicht talwärts:

Schneebrettlawinen erreichen eine Geschwindigkeit von zirka 80 Stundenkilometern und ein Gewicht von einigen tausend Tonnen.

Staublawine

Die Staublawine beginnt an einem Punkt und breitet sich dann wie eine Birne aus:

Staublawine:
Bei einer Staublawine ist der Schnee ganz trocken. Im Verlauf ihrer Sturzbahn wird sie zu einer tödlichen Wolke. Sie hat eine enorme Zerstörungskraft. Der Luftdruck, den die Lawine erzeugt ist verheerend. Er kann ganze Wälder niedermähen, Häuser schwer beschädigen, Dächer abheben, Fahrzeuge und Eisenbahnzüge umkippen. Für Mensch und Tier sind die Überlebenschancen in einer Staublawine sehr gering. Die Mischung aus Schnee und Luft presst sich in die Lungen und man erstickt.

Nassschneelawine:

Nassschneelawine sind eine Besonderheit. Sie brechen im Frühling bei Tauwetter los. Wenn der Schnee matschig und weich wird, verliert er seinen Halt und fließt als gewaltiger Strom den Berg hinunter. Der schwere Schnee reißt bis zum Grund alles mit sich fort. Bäume, Felsbrocken, Erde, nichts kann die Nassschneelawine aufhalten.



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